Über uns

Ein Haus und eine Gemeinschaft aufbauen

 

Baituna ist das arabische Wort für „Unser Zuhause“. Ziel von Baituna e.V. ist es, Geflüchteten ein Zuhause zu ermöglichen, vor allem geflüchteten Familien. Ihre Wohnung soll ihnen die Grundlage dafür bieten, sich wohl zu fühlen, anzukommen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und gesellschaftlich teilzuhaben.

Der Ausgangspunkt von Baituna ist die schwer tragbare Wohnsituation für Geflüchtete in Berlin. Sie verbringen nach dem Gesetz bis zu sechs Monate in Erstaufnahmezentren bzw. Notunterkünften und leben danach in der Regel bis zu ihrer Anerkennung in Gemeinschaftsunterkünften. Anschließend können sie sich eine eigene Wohnung suchen. Die Kosten der Unterkunft übernimmt das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) oder das JobCenter; diese sind jedoch gedeckelt, sodass Geflüchtete auf den günstigsten Mietwohnungssektor angewiesen sind. Dort konkurrieren sie mit einer großen Zahl einkommensschwacher Haushalte. Sie sind zudem mit Diskriminierung, Sprachbarrieren und administrativen Hürden konfrontiert, z.B. bei der Beantragung eines Wohnberechtigungsscheins. Darüber hinaus bilden einige der geflüchteten Familien große Bedarfsgemeinschaften, für die immer weniger Wohnraum existiert.

Aus diesen Gründen leben viele Geflüchtete und insbesondere geflüchtete Familien mehrere Jahre in Massenunterkünften, weil sie in Berlin keine bezahlbare Wohnung finden. Dies setzt sie und besonders Kinder einem hohen Maß von Stress aus, erhöht die Gefahr zu erkranken, verhindert oder verzögert die oft notwendige Traumabewältigung und wirkt gettoisierend. Eine zügige Integration ist so nicht möglich.

Deshalb
- bauen wir mit anderen Initiativen und dem Mietshäuser Syndikat ein Haus
- organisieren und finanzieren wir das Haus nach dem Genossenschaftsgedanken
- vermieten wir Wohnungen an geflüchtete und nichtgeflüchtete Menschen, besonders Familien
- begleiten wir sie durch ein ehrenamtliches Tandemprogramm für einen Zeitraum von mindestens einem Jahr
- bauen wir eine Community, durch die die Geflüchteten Teil einer größeren Gemeinschaft werden können.


Mitmachen

Du findest Unterstützung und Wohnraum für Geflüchtete gut und willst uns unterstützen?

Dann schau dir an, wie du dich mit deinen Möglichkeiten einbringen kannst

Werde Team-Mitglied bei Baituna e.V.

Du willst Baituna e.V. durch dein Engagement unterstützen und die Bildungsarbeit und das Community Building für geflüchtete Berliner*innen voranbringen? Wir brauchen deine Leidenschaft und deine Kompetenz! Bringe deine Erfahrung in den Bereichen Fundraising, Kampagnenarbeit, Buchführung, Architektur, Handwerk, Hausbau, Gemeinschaftsbildung, Grafik, oder anderen Bereichen ein und werde Teil unseres Teams!

Finanziere den Hausbau durch einen Direktkredit

Nicht Baituna e.V. baut das Haus, sondern ein separater Hausverein in Zusammenarbeit mit dem Mietshäuser Syndikat – siehe unten. Unterstütze den Hausverein, damit er das Haus bauen kann. Um unsere Arbeit nachhaltig zu gestalten, braucht es Menschen, die langfristig mitwirken. Dafür kannst du dem Hausverein einen Direktkredit ab wenigen Hundert Euro gewähren und damit die Zukunft des Hauses sichern helfen. Anders als in einer Genossenschaft hast du kein Stimmrecht im Hausverein – das ist den Bewohner*innen vorbehalten. Aber du kannst deine Direktkredite im vertraglichen Rahmen kündigen und behältst damit die Kontrolle.

Begleite eine Familie

Wir wollen ein Tandem-Programm aufbauen, um den Familien ein gutes Ankommen zu ermöglichen. Dafür suchen wir Einzelpersonen oder Familien, die sich bereit erklären, eine geflüchtete Person oder Familie über einen Zeitraum von einem Jahr zu begleiten. Ziel ist es, die Familie durch regelmäßige Treffen, durch gemeinsames Kochen oder andere Unternehmungen kennen zu lernen und sie im Alltag zu unterstützen. Einander die jeweils eigene Kultur vorzustellen und erleben zu lassen ist eine gute Möglichkeit, das Leben zu feiern und gemeinsam Bedürfnisse und Nöte aufzudecken und Chancen zu nutzen.


Werde Botschafter*in

Um kein Mauerblümchen zu bleiben, sondern um zu einem großen starken Baum zu werden, braucht Baituna e.V. dein Netzwerk! Erzähl von Baituna e.V., teile unsere Infos auf allen deinen Kanälen, ermutige andere zu spenden oder Direktkredite zu geben und unterstütze unser Team dabei, mit einem Stand auf Messen und Festivals präsent zu sein. Wenn du also Werbematerial brauchst, oder uns bei der Standbetreuung unterstützen willst, dann melde dich einfach.

Werde Nachbar*in oder Mitbewohner*in

Wenn du in einer vielfältigen Gemeinschaft leben willst, bau dir und anderen ein Haus! Wir wollen kein Haus nur für Geflüchtete – sondern für alle. Deswegen haben wir uns mit anderen Initiativen zusammengetan, die solidarisch und für günstige Mieten bauen wollen. Und deshalb bauen wir auch für dich und mich – die Mehrzahl unserer Mieter*innen sollen Geflüchtete sein, alle anderen sollen die Vielfalt der Berliner*innen repräsentieren. In unserem Haus herrscht Basisdemokratie und Selbsthilfe. Alle Bewohner*innen haben dieselben Rechte und Pflichten. Sie sind Mitglieder im Hausverein und bestimmen die Geschicke des Hauses. Wir packen also füreinander und miteinander an. Falls du Interesse daran hast, werde von Anfang an Teil der Gemeinschaft.


Ein Haus bauen – wie geht das?

Bauen mit dem Mietshäuser Syndikat

Uns ist es wichtig, Baituna so zu organisieren, dass so viele Menschen wie möglich gleichwertig daran teilhaben können und die Freude um, aber auch die Verantwortung für das Haus miteinander teilen.

Deshalb haben wir uns entschieden, das Haus in den Strukturen des Mietshäuser Syndikats zu bauen. Das bedeutet, dass alle Hausbewohner*innen auch Mitglieder des Hausvereins werden und gemeinsam die Geschicke des Haus bestimmen. Der Hausverein gründet zusammen mit dem Mietshäuser Syndikat eine GmbH, der das Haus gehört. Der Hausverein bestimmt alle Geschicke des Hauses – nur wenn es verkauft werden sollte, muss das Mietshäuser Syndikat zustimmen. So wird verhindert, dass das solidarische Projekt einmal aus Gewinninteresse verkauft wird. So bleiben die Mieten dauerhaft günstig.

Mehr zum Mietshäuser Syndikat.

Die Finanzierung

Das Haus wächst nur, wenn viele mitmachen!

Wohnraum in Berlin kostet inzwischen ziemlich viel Geld. Deshalb wollen wir die Baukosten über Direktkredite, Bankkredite, Fördergelder und eine Crowdfunding-Kampagne akquirieren. Die Kredite zahlen wir über Jahrzehnte durch die Mieteinnahmen ab – wie alle, die ein Haus bauen. Es profitiert keine Einzelperson, sondern die Hausgemeinschaft. Das Mietshäuser Syndikat stellt sicher, dass deine finanzielle Unterstützung nie für Immobilienspekulation missbraucht wird.

Deine Anteile kannst du dir im Rahmen der vertraglichen Fristen ausbezahlen lassen. Sollte Baituna e.V. einmal nicht mehr notwendig sein oder aus anderen Gründen abgewickelt werden müssen, so würde das Haus verkauft, alle verbleibenden Direktkredite werden ausbezahlt und ein möglicher Überschuss wird an andere gemeinnützige Organisationen weitergereicht. Im Falle eines Defizites trägt jedes Mitglied das finanzielle Risiko seiner Direktkredite, eine Nachschusspflicht besteht nicht.

Was macht der Hausverein?

Das Haus gehört einer GmbH, die der Hausverein und das Mietshäuser Syndikat zusammen gegründet haben. Der Hausverein finanziert, baut und betreibt das Haus und organisiert die hausinterne basisdemokratische Entscheidungsfindung. Alle Mieter*innen sind auch Mitglieder.

Was macht Baituna e.V.?

Baituna e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und fördert das Ankommen von Geflüchteten. Baituna e.V. ist nicht in den Bau des Hauses involviert – das macht der Hausverein. Dafür unterstützt Baituna e.V. die Gemeinschaftsbildung im Haus, die Begleitung von Geflüchteten im Tandem und eine Supervision von Ehrenamtlichen.


Partner


FAQ

Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen

Warum bauen und nicht mieten?

Diese Frage hat uns lange beschäftigt, im Endeffekt gibt es aber eindeutige Gründe für den Bau von Wohnungen:

1. Es gibt (bisher) zu wenige Vermieter*innen, die bereit sind, an geflüchtete Familien zu vermieten bzw. unterzuvermieten – wären sie dazu bereit, würden wir darauf hinarbeiten, dass sie in ein direktes Mietverhältnis mit der Familie eintreten, so dass wir als Zwischenmieter überflüssig wären.

2. Ein Grund für die geringe Anzahl an bereitwilligen Vermieter*innen ist die große Finanzierungslücke, die entsteht, wenn die Familie ihre Aufenthaltserlaubnis erhält und die Mietzahlung ab diesem Zeitpunkt nicht mehr durch das LAF, sondern durch das JobCenter erfolgt. Diese Lücke beträgt bis zu 10 Wochen und belastet ein Mietverhältnis enorm oder macht eine Fortsetzung im schlimmsten Falle unmöglich. Durch den Kauf von Wohnungen und einem der Situation entsprechenden Finanzierungsmodell, sind wir in der Lage, diese Zahlungslücke zu überbrücken.

3. Mit einem Mietvertrag können wir nicht garantieren, dass die Wohnungen auch langfristig zu Hartz-IV-Sätzen vermietet werden. Mit der Struktur des Mietshäuser Syndikats stellen wir sicher, dass die Wohnungen auch langfristig dem freien Markt und den aktuellen Spekulationen entzogen werden und geflüchteten und einkommensschwachen Familien und Einzelpersonen zur Verfügung stehen.

Durch den Bau eines Hauses sind wir in der Lage, Geflüchteten die größtmögliche Wohnsicherheit zu bieten und ihnen somit einen Raum zu eröffnen, in dem neue Perspektiven wachsen können.

Wer zieht ein?

Das ist natürlich eine der sensibelsten Aufgaben für uns. Wir sind uns darüber bewusst, dass einzelne Personen und Familien auszuwählen automatisch andere benachteiligt; leider sind unsere Kapazitäten trotz allem begrenzt. Um die „Auswahl“ halbwegs fair zu gestalten, sind wir in engem Austausch mit verschiedenen Wohnberatungen für Geflüchtete, welche uns mit ihrer langjährigen Erfahrung beratend zur Seite stehen. Sobald sie etabliert ist, entscheidet die Hausgemeinschaft selbst, wer einzieht.

Ihr habt einen arabischen Namen. Heißt das, dass nur arabisch sprechende Familien in euren Wohnungen wohnen dürfen?

Nein, natürlich nicht :)

Auf der Suche nach einem passenden Namen wurde uns wichtig, dass er etwas mit „Zuhause“ zu tun hat, weil wir den Familien durch Baituna e.V. eine Art neues Zuhause ermöglichen wollen. Doch im Arabischen gibt es ein Wort, dass das, was wir suchen, gut ausdrückt. Und so wurden wir „Baituna“ – arabisch für „unser Zuhause“.


News & Kontakt

Wenn Du uns kontaktieren willst, dann melde Dich gerne unter baituna@posteo.de

Pressedownloads findest Du weiter unten.

 

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